US-Präsident Donald Trumps Militärschlag gegen den Iran könnte trotz grosser Risiken in einer strategischen Schwächung des Regimes enden. Zu diesem Schluss kommt der Journalist Gerard Baker in einem Kommentar im Wall Street Journal. Baker schreibt, selbst wenn das Regime nicht gestürzt werde, werde der Iran danach «führerlos, verarmt, isoliert, belagert, grösstenteils entwaffnet» sein.
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Der langjährige Chefredaktor und heutige Kolumnist des Blatts argumentiert, dass der Konflikt Teil einer langen Reihe amerikanischer Militäreinsätze im Nahen Osten sei. Republikanische Präsidenten hätten mehrfach militärisch interveniert, meist mit gemischten oder negativen Ergebnissen. Als klaren Erfolg bezeichnet Baker lediglich den Golfkrieg von 1991 unter George H. W. Bush. Andere Interventionen – etwa im Libanon unter Ronald Reagan oder im Irak unter George W. Bush – hätten erhebliche politische und militärische Kosten verursacht.
Trotz dieser Vorgeschichte sieht der Autor im aktuellen Konflikt besondere Voraussetzungen. Iran habe in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Rückschläge erlitten: Führungsfiguren seien gezielt ausgeschaltet worden, militärische Einrichtungen beschädigt, Luftverteidigungssysteme geschwächt. Zudem seien regionale Verbündete und Stellvertreterorganisationen – etwa in Syrien, Gaza und im Libanon – stark unter Druck geraten.
Baker begründet den amerikanischen Militäreinsatz auch mit Selbstverteidigung. Seit der Islamischen Revolution 1979 sei Teheran direkt oder indirekt für zahlreiche Angriffe auf Amerikaner verantwortlich gewesen, darunter der Anschlag auf die US-Marine in Beirut 1983 sowie Angriffe proiranischer Milizen im Irak.
Ob der Krieg letztlich zum Sturz der Führung in Teheran führt, hält der Kommentator für offen. Regimewechsel allein durch Luftschläge seien historisch selten gelungen. Selbst ohne einen solchen Umbruch könne der Konflikt den Iran jedoch nachhaltig schwächen. Für Präsident Trump eröffne sich damit, so Baker, «vielleicht nie wieder eine bessere Gelegenheit», den Einfluss der Islamischen Republik dauerhaft zu begrenzen.