Die Vereinigten Staaten verlegen derzeit zusätzliche Luftabwehrsysteme in den Nahen Osten, um sich und ihre Verbündeten vor einem möglichen Vergeltungsschlag des Iran zu schützen. Laut einem Bericht des Wall Street Journal verzögern sich dadurch etwaige Luftangriffe auf iranisches Territorium – sie sind nach Angaben von US-Regierungsvertretern aktuell «nicht unmittelbar bevorstehend».
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Präsident Donald Trump habe bislang keine Entscheidung getroffen, ob und wie militärische Gewalt eingesetzt werde. Die Entsendung des Flugzeugträgers «USS Abraham Lincoln» sowie von F-35-Kampfjets und acht Lenkwaffenzerstörern deutet jedoch darauf hin, dass sich das Pentagon auf ein grösseres Szenario vorbereitet – insbesondere auf den Fall, dass ein Angriff auf iranische Ziele eine breite Eskalation in der Region auslöst.
Ziel der massiven Truppen- und Gerätemobilisierung ist es, Israel, arabische Verbündete und US-Stützpunkte im Falle iranischer Gegenangriffe umfassend abzusichern. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem THAAD-Systeme (Terminal High Altitude Area Defense), die ballistische Raketen in grosser Höhe abfangen können, sowie Patriot-Batterien für niedrigere Flughöhen.
Die USA stationieren diese Systeme derzeit in Jordanien, Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien und Katar – dort, wo auch US-Truppen präsent sind. «Die zentrale Frage ist: Haben wir ausreichend Material dafür, unsere Truppen und Anlagen im Falle eines iranischen Vergeltungsschlags zu schützen?», sagte Suzanne Maloney, ehemalige Nahost-Expertin im US-Aussenministerium.
Trumps Regierung fordert Teheran unterdessen zu Verhandlungen auf. Die iranische Führung reagierte mit Drohungen: Ein Angriff der USA würde diesmal einen regionalen Krieg nach sich ziehen, erklärte Revolutionsführer Ali Chamenei.