Der atomgetriebene Flugzeugträger «USS Gerald R. Ford» hat Kreta passiert und nimmt Kurs aufs östliche Mittelmeer.
Die grösste Armada von amerikanischen Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen seit dem Irakkrieg 2003 steht einsatzbereit.
Trumps letzter Schlag gegen iranische Atomanlagen im vergangenen Juni – Operation «Midnight Hammer» – dauerte eine Nacht.
Doch was, wenn eine nächste Aktion länger dauern sollte?
Aaron Schwartz/EPA/Keystone
Aus dem Kriegsministerium werden Bedenken rapportiert. Man weise auf erhebliche Risiken hin. Auf die Gefahr von Verlusten in den eigenen Reihen. Und bei Verbündeten in der Region. Eine Schwächung der Luftabwehr. Auch vor einer Auszehrung der eigenen Streitkräfte wird gewarnt, wie das Wall Street Journal berichtet.
Die Angriffsoptionen reichen von einer limitierten Aktion gegen militärische Ziele bis zu einem längeren Waffengang.
Sollte sich der Iran nach einer ersten Angriffswelle immer noch weigern, die nukleare Anreicherung aufzugeben, könnte Trump eine breite Offensive gegen Exponenten der Regierung lancieren. Mit dem möglichen Ziel eines Regimewechsels. Was den Militärs im Pentagon besonders Kopfzerbrechen macht: in einen langwierigen Konflikt hereingezogen zu werden.
Obwohl bisherige Angriffe des Iran auf Nachbarstaaten und US-Stützpunkte wenig Schaden angerichtet haben, warnen Militärs vor einem nicht näher bezifferten Waffenpotenzial, das den Mullahs zur Verfügung stehe.
Weiter wird gewarnt, dass die US-Streitkräfte in einer zeitraubenden Mission Munition verschössen, die Bestände empfindlich ausdünnen und somit für andere potenzielle Konflikte – zum Beispiel um Taiwan – Lücken entstehen könnten.
Es werden Beamte zitiert, die davon ausgehen, dass der Iran sein gesamtes Potenzial abfeuern würde, um sein Überleben zu sichern. Die USA verfügten aber «nur über genügend Abfangraketen dafür, iranische Raketensalven etwa zwei Wochen lang abzuwehren».
Wortführer unter den Warnern ist offenbar General Dan Caine, der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs und ein Vertrauter Trumps. Aktuelle und ehemalige Militärs sowie andere Führungskräfte des Pentagon hätten ebenfalls Bedenken geäussert. Das Abwägen aller Eventualitäten gehört zur Kriegsplanung. Warnungen sagen nichts darüber aus, wie sich Trump entscheiden wird.
Trump bezeichnete Berichte über angebliche Warnungen vor Kriegsrisiken als Produkt von «Fake-News-Medien». Sie seien «zu 100 Prozent falsch».
«General Caine möchte, wie wir alle, keinen Krieg sehen», schrieb Trump auf Truth Social, «aber wenn auf militärischer Ebene eine Entscheidung gegen den Iran getroffen wird, ist er der Meinung, dass dieser (ein Krieg) leicht zu gewinnen sein wird.»