Die Zahl der Asyl-Erstanträge in Deutschland ist im September 2025 auf 9130 gestiegen – ein neuer Höchststand seit dem Regierungswechsel im Frühjahr, berichtet die Zeitung Die Welt. Damit liegt die Zahl nun erstmals über dem Niveau vor dem Amtsantritt von Bundeskanzler Friedrich Merz.
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Die Bundesregierung hatte bislang einen Rückgang der Asylanträge um «60 Prozent» betont, doch dieser Vergleich bezog sich vor allem auf das Vorjahr unter der Ampelregierung. Tatsächlich fand der Rückgang weitgehend vor der Amtsübernahme durch die Union statt – als Folge europäischer Entwicklungen und verstärkter Grenzkontrollen etwa in der Türkei, wie Apollo News schreibt.
Besonders auffällig ist auch der Anstieg bei den sogenannten Folgeanträgen. Im September wurden 10.790 solcher Anträge registriert – vor allem von afghanischen Migranten, was laut Bericht auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober 2024 zurückgeht. Darin wurde «geschlechtsspezifische Verfolgung» als Asylgrund anerkannt.
Die Zahlen stellen die behauptete «Migrationswende» der neuen Koalition in Frage. Zwar wurden laut Bundesregierung seit Mai rund 12.000 illegale Einreisen verhindert. Doch lediglich 660 davon betrafen tatsächliche Asylbewerber – weniger als 2 Prozent der im gleichen Zeitraum neu registrierten Erstanträge.