«Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?»: Ein besonders hübsches Beispiel dieses Kernsatzes der Medienbranche lieferte soeben der Tages-Anzeiger
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«Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?»: Ein besonders hübsches Beispiel dieses Kernsatzes der Medienbranche lieferte soeben der Tages-Anzeiger

Man las es, und man staunte. «Vor wenigen Jahren genossen die USA noch ein hervorragendes Image», schrieb der Tages-Anzeiger. Doch neuerdings sei dieses Image in Gefahr.

Schauen wir also, was der Tages-Anzeiger noch vor wenigen Jahren über das damals hervorragende Image der USA schrieb.

Als Georg W. Bush Präsident war, schrieb der Tages-Anzeiger über «das lädierte Image der USA». Als dann Barack Obama Präsident wurde, schrieb der Tages-Anzeiger über «die beschädigte Reputation der USA». Dann kandidierte Hillary Clinton für das Präsidentamt, und der Tages-Anzeiger schrieb über «das katastrophale Image der USA». Dann kam erstmals Trump, und der Tages-Anzeiger schrieb, dass «das Image der USA stark gelitten hat».

«Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?»: Ein besonders hübsches Beispiel dieses Kernsatzes der Medienbranche lieferte soeben der Tages-Anzeiger

«Vor wenigen Jahren genossen die USA noch ein hervorragendes Image», schreibt der Tages-Anzeiger heute. Mag sein, aber nicht im Tages-Anzeiger. Egal, wer Präsident war, das Image der USA war für das Blatt immer am Boden.

Das Zitat «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?» wird Deutschlands Kanzler Konrad Adenauer zugeschrieben. Zum Kernsatz der Medienbranche wurde das Zitat durch Henri Nannen, den legendären Herausgeber des Stern. Für den Politiker Adenauer war es eine Entschuldigung. Für den Journalisten Nannen war es das Erfolgsprinzip.

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