In Weinfelden, Kanton Thurgau, ist die Einführung eines muslimischen Grabfeldes am Widerstand der Bevölkerung gescheitert. Mit einer Differenz von lediglich 131 Stimmen lehnte eine knappe Mehrheit die geplante Änderung des Friedhofreglements ab. Das Vorhaben sah vor, siebzig Gräber Richtung Mekka auszurichten – ein Kompromissvorschlag, der vom Stadtparlament laut 20 Minuten deutlich befürwortet worden war.
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Insgesamt stimmten 2078 Bürger gegen die Vorlage, 1947 dafür. Die Stimmbeteiligung lag bei beachtlichen 54 Prozent. Vorausgegangen war eine hitzige Debatte, in deren Verlauf innert kürzester Zeit über 400 Unterschriften für ein Referendum gesammelt worden waren.
Lukas Madörin, EDU-Politiker und führende Stimme des Referendums-Komitees, äusserte gegenüber 20 Minuten Erleichterung über das Resultat: «Ich bin erleichtert und froh, dass Weinfelden so entschieden hat.» Religion solle nicht im Gesetz verankert werden, gleichzeitig lobte er aber den Austausch mit der muslimischen Bevölkerung: «Wir haben die muslimische Bevölkerung besser kennengelernt – und das ist ein Gewinn für alle.»
Das Pro-Komitee zeigte sich enttäuscht, aber nicht entmutigt. Alexandra Beck, Co-Präsidentin, erklärte: «Ich bin auch stolz, dass es so eng wurde. Wir haben eine solide Kampagne geführt und nicht mit Ängsten gearbeitet.» Nun müsse das Gegenlager einen neuen Lösungsvorschlag liefern. Die Diskussion sei damit nicht beendet.