Die Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz hat eine Beschwerde des SVP-Nationalrats Thomas Matter gegen einen «Tagesschau»-Beitrag des SRF gutgeheissen. Dies berichtet der Blick. Anlass war ein Bericht der Deutschland-Korrespondentin Alexandra Gubser über Proteste gegen eine Versammlung der AfD-Jugend im hessischen Giessen (die Weltwoche berichtete).
Screenshot SRF
Gubser hatte die Demonstrationen am 29. November 2025 als «zum allergrössten Teil bunt und friedlich» bezeichnet und mit dem Satz «Eine wehrhafte Demokratie zeigt Präsenz!» kommentiert. Tatsächlich wurden bei den Ausschreitungen laut hessischem Innenministerium rund fünfzig Polizisten verletzt, etwa tausend gewaltbereite Demonstranten waren im Einsatz.
Die Ombudsstelle urteilte, die Darstellung habe die Gewalt verharmlost. Die Formulierung «bunt» sei deplatziert gewesen, zudem habe der Kommentar am Schluss des Beitrags das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt. Zwar habe die «Tagesschau»-Redaktion argumentiert, das Ausmass der Gewalt sei erst nach der Ausstrahlung bekannt geworden, doch hätte dies mit geringem Rechercheaufwand berücksichtigt werden können.
Positiv vermerkte die Ombudsstelle, dass das SRF die problematische Einordnung intern selbst erkannt habe, und sprach von einer «intakten Fehlerkultur». Matter widerspricht dieser Einschätzung und verweist auf frühere parteiische Aussagen Gubsers (die Weltwoche berichtete). Trotz des Ombudsentscheids will er den Fall an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen weiterziehen, um Druck für Konsequenzen zu erhöhen.