Der Vatikan beschäftigt sich mit einer kirchenrechtlichen Anzeige gegen Kardinal Rainer Maria Woelki (68), die vom Betroffenenbeirat sexualisierter Gewalt eingereicht wurde. Die Vorwürfe: schwere Pflichtverletzungen im Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln. Die Anzeige wurde laut WDR und Kölner Stadt-Anzeiger direkt an Papst Leo XIV. adressiert.
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Im Zentrum steht Woelkis angeblich fahrlässiger Umgang mit der Wahrheit. Zwar wurde ein Meineidsverfahren gegen ihn gegen eine Geldauflage eingestellt, doch die Kölner Staatsanwaltschaft kam zum Schluss, dass Woelki unter Eid die Unwahrheit gesagt habe. Die Anzeige bewertet dies als klaren Verstoss gegen kirchliche Amtspflichten.
Kirchenrechtler Thomas Schüller hält die Vorwürfe für «stichhaltig». Entscheidend sei, «dass diese Anzeige tatsächlich den Schreibtisch des neuen Papstes erreicht, der ein ausgewiesener Kirchenrechtler ist und die ganze Causa Rainer Woelki sehr gut kennt».
Das Erzbistum Köln reagierte umgehend und spricht von «offenkundig haltlosen» Vorwürfen. Die Anzeige basiere demnach auf «einer Reihe falscher Annahmen und Behauptungen». Zudem habe der Beirat nicht das direkte Gespräch mit dem Kardinal gesucht.
Der Betroffenenbeirat ist ein unabhängiges Gremium, das die Arbeit der Deutschen Bischofskonferenz im Themenfeld sexualisierte Gewalt begleitet – aus Sicht der Betroffenen.