Die SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag fordert die Einführung eines «Angstraumregisters», um auf das wachsende Unsicherheitsgefühl vieler Bürger zu reagieren. Städte und Gemeinden sollen demnach künftig Orte erfassen, die von der Bevölkerung als bedrohlich wahrgenommen werden. Der SPD-Innenpolitiker Uwe Adler begründet den Vorstoss damit, dass das subjektive Sicherheitsgefühl darüber entscheiden würde, «wie Menschen öffentliche Räume nutzen, oder eben meiden». Dies sagte Adlers den «Potsdamer Neuesten Nachrichten».
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Das Register soll mithilfe von Bürgerbefragungen oder digitalen Meldeplattformen entstehen. Ziel sei es, auf dieser Basis gezielte Massnahmen zu ergreifen, etwa bessere Beleuchtung, offenere Sichtachsen oder kulturelle Belebung. Adler: «Wir brauchen keine weiteren Debatten über vermeintlich unschöne Stadtbilder, sondern konkrete Werkzeuge, um Unsicherheitsgefühle ernst zu nehmen und Räume aktiv sicherer zu gestalten.»
Die Finanzierung könnte durch ein Förderprogramm des Bundes erfolgen. Prävention durch Gestaltung sei laut Adler der nachhaltigere Weg zu Sicherheit im Alltag. Kritiker sehen in dem Konzept allerdings keine echte Lösung.