Die Grüne-Partei will die Landesregierung auf neun Mitglieder aufstocken und fordert gleichzeitig, das höchste Exekutivamt des Landes künftig auch im Jobsharing ausüben zu können. Zwei entsprechende Vorstösse der Grüne-Fraktion werden in der anstehenden Frühlingssession behandelt. Tele Züri hatte zuerst darüber berichtet.
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Während über die Anzahl der Regierungsmitglieder schon lange diskutiert wird, ist die Idee des Co-Bundesrats eine jüngere Modeerscheinung. Die Suche nach einer Nachfolge von Mitte-Bundesrätin Viola Amherd habe gezeigt, dass das Amt mit Kindern und Familie nicht vereinbar sei, schreibt die Grüne-Fraktion. Viele potenzielle Kandidaten hätten damals darauf hingewiesen.
Heute wissen alle in Bundesbern, dass die vielen Absagen der Mitte-Politiker nicht mit der Work-Live-Balance zu tun hatten. Hauptgrund für die spärliche Nachfrage war vor allem die Aussicht auf das verheerende Chaos, das die von den Grünen stets unterstützte Amherd im Verteidigungsdepartement (VBS) hinterlassen hatte. Der einzige Mitte-Parlamentarier, der wollte, war Markus Ritter.
Die Linken – allen voran die Grünen – sowie die FDP wählten indes den EU-freundlichen Martin Pfister, zuvor Regierungsrat im Kanton Zug. Den Grünen geht es bei ihren Reformvorschlägen nicht um die Institution Bundesrat, sondern vielmehr darum, die eigenen Chancen auf einen Bundesratssitz zu steigern. Diese sind angesichts der Themenkonjunktur in weite Ferne gerückt.
Das historische Zeitfenster für einen grünen Bundesrat war Ende 2022 bei der Nachfolge von Simonetta Sommaruga kurz geöffnet. Hierfür hätte die Partei aber einen Sitz ihrer langjährigen Seniorpartnerin, der SP, angreifen müssen. Apropos: Deren Parteispitze hat gezeigt, dass eine Co-Führung nicht erfolgsversprechend sein muss. Während Co-Präsidentin Mattea Meyer erschöpfungshalber auch für die Frühlingssession ausfällt, muss der andere Co-Präsident Cédric Wermuth am 8. März mit dem gescheiterten Klimafonds eine weitere krachende Abstimmungsniederlage der Linken erklären.