In Berlin ist die Zahl der registrierten Straftaten im Jahr 2025 deutlich gesunken: Insgesamt registrierte die Polizei 502.743 Straftaten, 6,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport stellte dazu die neue polizeiliche Kriminalstatistik vor. Auf den ersten Blick deutet die Statistik damit auf eine Entspannung hin. Die Zahl der erfassten Delikte liegt auf dem niedrigsten Stand seit dem Pandemiejahr 2021. Die Aufklärungsquote betrug insgesamt 44,9 Prozent.
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Bei genauerem Blick zeigt sich jedoch ein widersprüchliches Bild: Während Eigentums- und Alltagsdelikte rückläufig sind, verzeichnen mehrere Bereiche schwerer Kriminalität deutliche Zuwächse. So stieg die Zahl der Tötungsdelikte um 41 Prozent auf 165 Fälle. Ein grosser Teil dieses Anstiegs steht allerdings im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen Palliativmediziner, auf den allein 79 Verdachtsfälle entfallen. In 15 Fällen wurde Anklage erhoben.
Auch bei Sexualdelikten registrierte die Polizei eine deutliche Zunahme. Insgesamt wurden 8652 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung erfasst – ein Plus von 15,7 Prozent. Besonders stark nahmen Verfahren wegen Kinderpornografie zu.
Einen markanten Anstieg verzeichnet zudem die Schusswaffenkriminalität. Mit über tausend registrierten Fällen lag sie 68 Prozent über dem Vorjahr. In mehr als der Hälfte der Fälle wurde mit einer Waffe gedroht, in 515 Fällen wurden tatsächlich Schüsse abgegeben. Der Senat führt einen Teil dieses Anstiegs auf eine präzisere statistische Erfassung seit 2025 zurück. Zudem registrierte die Polizei 3599 Messerdelikte, 5,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Rund die Hälfte dieser Taten ereignete sich im öffentlichen Raum.
Auch politisch motivierte Straftaten nahmen zu. Ihre Zahl stieg um 3,4 Prozent auf 8645 Fälle. Gleichzeitig ging die politische Gewalt zurück: Die Zahl der Gewaltdelikte sank um 7,6 Prozent auf 902. Deutlich stärker nahmen antisemitische Straftaten zu. Sie stiegen um 24,3 Prozent. Von insgesamt 2268 Fällen ordneten die Behörden 1485 dem Bereich «ausländische Ideologie» zu. Viele dieser Taten stehen im Zusammenhang mit Demonstrationen und Protesten rund um den Nahostkonflikt.