Wer Israel tot sehen will: Medien erwecken den Eindruck, radikale Palästinenser führen einen Befreiungskrieg gegen eine völkerrechtswidrige Besatzungsmacht. Dabei strebt der demokratische Rechtsstaat Israel eine friedliche Koexistenz an
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Wer Israel tot sehen will: Medien erwecken den Eindruck, radikale Palästinenser führen einen Befreiungskrieg gegen eine völkerrechtswidrige Besatzungsmacht. Dabei strebt der demokratische Rechtsstaat Israel eine friedliche Koexistenz an

Nach den einmal mehr brutalen Raketenangriffen der Hamas auf Israel erwecken einige Medien den Eindruck, auf der einen Seite dieses Konfliktes stünden radikale Palästinenser, die einen Befreiungskrieg führen, und auf der anderen Seite eine völkerrechtswidrige, jüdische Besatzungsmacht. Damit stellt man den demokratischen Rechtsstaat Israel moralisch auf die gleiche Stufe wie die Terrororganisation Hamas, die Israel tot sehen will.

Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved.
Palestinians ride on an Israeli military vehicle taken by an army base overrun by Hamas militants near the Gaza Strip fence, in Gaza City, Saturday, Oct
Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved.

Die Hamas stellt im Gazastreifen die Regierung. Es geht nicht um einzelne «Extremisten», sondern um eine offizielle Regierungsdoktrin (festgelegt in der Gründungscharta, Artikel 11). Israel soll vernichtet werden, kein Frieden. Im Vergleich dazu strebt Israel eine friedliche Koexistenz an. Eine Mehrheit in Israel ist für die «Zwei-Staaten-Lösung». In den letzten Jahrzehnten wurde den Palästinensern fünf Mal ein eigener Staat angeboten. Sie haben ihn stets abgelehnt, denn sie akzeptieren keinen jüdischen Staat, unter welchen Bedingungen auch immer.

Im linksgrünen Milieu wird das verschwiegen. Man verharmlost den im Islam angelegten Antisemitismus und dämonisiert Israel. Verschwiegen wird auch die Tatsache, dass es auf dem heutigen Gebiet Israels in den letzten 3000 Jahren nur zwei unabhängige Staaten gab: beide waren jüdisch, und beide wurden von Invasoren zerstört. Es gab dort zu keiner Zeit einen arabischen oder muslimischen Staat. Es ist also falsch, den Eindruck zu erwecken, palästinensische Aggressoren seien Befreiungskämpfer, die «ihr Land» zurückwollen.

Trotzdem ist in Westeuropa die «Israel-Kritik» weit mehr in Mode als die Kritik am muslimischen Antisemitismus. Der einzige jüdische Staat auf der Welt wird so negativ beurteilt wie keinen anderer. Oft hört man, Israel sei nicht legitim wegen seiner ungerechten, blutigen Entstehungsgeschichte. Ganz so, als sei die Geschichte der anderen, knapp 200 anerkannten Staaten auf der Welt gerecht und unblutig.

Bedenklich in diesem Zusammenhang ist die Rolle der Uno, die jedes Jahr mehr Resolutionen gegen Israel als gegen alle anderen Länder veröffentlicht. Rechnet man alle Resolutionen gegen China, Nordkorea, Syrien, Russland, Iran, Saudi-Arabien und die Hamas zusammen, kommt Israel immer noch schlechter weg. Man misst offensichtlich mit zweierlei Mass, um eine allgemeine Stimmung gegen Israel zu erzeugen. Hier spielen viele westeuropäische Politiker und Medien eine traurige Rolle.

Wer ein klares Zeichen gegen den zunehmenden Judenhass und Israelhass setzen will, der sollte seine Stimme erheben und klarstellen: Wer Israel für Dinge kritisiert, die er bei anderen Staaten akzeptiert, ist ein Antisemit. Wer Verschwörungstheorien verbreitet, in denen jüdische Superreiche die Welt unterjochen und Böses über die Menschen bringen, ist ein Antisemit. Wer die arabische Welt als Opfer des jüdischen Weltkapitalismus skizziert, ist ein Antisemit. Wer behauptet, die Fehler der israelischen Regierung seien verantwortlich für den Judenhass, ist ein Antisemit. Wer behauptet, der Reichtum gewisser Juden sei die Ursache von Judenverfolgung, ist ein Antisemit.

So lässt sich vielleicht verhindern, dass der Judenhass in Europa, verkleidet als Israelkritik, wieder ganz salonfähig wird.

Giuseppe Gracia ist Schriftsteller und Kommunikationsberater.

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