Wie die Rad-WM zum finanziellen Debakel wurde und weshalb dies die Steuerzahler noch länger beschäftigen dürfte
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Wie die Rad-WM zum finanziellen Debakel wurde und weshalb dies die Steuerzahler noch länger beschäftigen dürfte

Ein Velofest für alle. So hatten Politiker und Veranstalter die Rad-WM in Zürich im vergangenen Jahr angekündigt. Gleichstellung, Inklusion, Chancengleichheit, Sport für alle. Das waren die Schlagworte.

Doch die Titelkämpfe waren von Anfang an von lauten Nebengeräuschen begleitet. Das Gewerbe und die Bevölkerung ächzten unter den Verkehrsbehinderungen, die Spitäler rekurrierten gegen die Streckenführung. Bevor der erste Startschuss gefallen war, gab es nur Verlierer.

© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER
The pack of riders cross the Muenster bridge past the Grossmuenster church during the Men Elite Road Race at the 2024 UCI Road and Para-cycling Road World Championships in Zurich, Switzerland on Sunday, September 29, 2024
© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER

Dies hat sich in den vergangenen neun Monaten nicht geändert – im Gegenteil. Die Organisatoren leisteten sich ein finanzielles Missmanagement, das die Steuerzahler noch länger beschäftigen dürfte.

Und das ganze Schlamassel wird erst jetzt deutlich. Um das Defizit von rund 4,5 Millionen Franken zu decken, sprach der Stadtzürcher Gemeinderat am Mittwoch 3,65 Millionen Franken. Zuvor war schon ein Kredit von 7,85 Millionen genehmigt worden. Mit anderen Worten: 11,5 Millionen Franken öffentliche Gelder für einen Anlass, der in der öffentlichen Wahrnehmung von vielen als Ärgernis empfunden wurde.

Nur FDP und SVP wehrten sich am Mittwoch im Parlament gegen die Absicht des Stadtrats. Die SVP verlangte erfolglos, dass sich die Verantwortlichen der Rad-WM, darunter städtische Angestellte, an den Kosten beteiligen.

SVP-Gemeinderat Johann Widmer brachte die Haltung seiner Partei auf den Punkt. Er sprach von «links-grünem Versagen».

Gleichwohl passierte das Geschäft die politischen Hürden. Der nun gewährte Betrag setzt sich zusammen aus dem Verzicht auf die Rückzahlung eines gewährten Darlehens in Höhe von 2 Millionen Franken, aus einem Defizitbeitrag von 950.000 Franken sowie nicht verrechneten Eigenleistungen und Gebührenerlassen über 700.000 Franken.

Auf diese Weise könne der finanzielle Schaden für private Gläubiger minimiert und das betroffene Gewerbe geschützt werden, argumentierte der Stadtrat. Verursacht ist das Fiasko aber so oder so. Der organisierende Verein befindet sich in Nachlassstundung. Immerhin: Mit einer externen Analyse will die Stadt Zürich Lehren für künftige Grossanlässe ziehen. Wir warten gespannt.

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