Die Grünen sind nicht mehr automatisch die Partei der Jugend. Was tun?
Grünen-Parteichef Felix Banaszak klagt ausgerechnet dem Altherrenmagazin Playboy seine Sorgen: Er fürchtet, «dass mit jeder Generation mehr junge Männer rechts wählen und der Antifeminismus zunimmt».
Nun, dass der Antifeminismus zunimmt, liegt womöglich am Männerhass vieler Feministinnen, der im Übrigen auch viele Frauen abstösst. Doch es ist offenbar richtig, dass der «Gap» immer grösser wird zwischen jungen Frauen und jungen Männern, wie Banaszak meint. Doch liegt das daran, dass junge Männer «rechtsextrem-rechtsautoritär» wählen? Oder vielleicht eher daran, dass junge Frauen in Deutschland öfter die Linkspartei wählen – 2025 zu 37 Prozent? Wie könnten die Grünen also wieder für junge Frauen attraktiv werden? Und wie für «junge Männer auf der Suche nach ihrer Identität, nach ihrer Rolle in der Gesellschaft»?
Christian Lademann/DPA/Keystone
Die Auflösung der tradierten Geschlechternormen hat für viele junge Menschen nicht, wie erhofft, zu einer grossen Befreiung geführt, sondern bloss zu einer fundamentalen, existenziell empfundenen Verunsicherung. Dass frau Männer nicht braucht, wird ihr einmal täglich um die Ohren gehauen. Pumpen im Fitnessstudio und Nägellackieren sind kein Ersatz. Und ob es als Ziel im Leben wirklich reicht, wie Banaszak meint, «kein Arschloch» zu sein?
Amerikas Charlie Kirk hatte ein Rezept für die Verunsicherten: Sucht euch eine Frau, mit der ihr Kinder habt. Das verleiht dem Männerleben Bedeutung. Doch für solche Empfehlungen sind die Grünen nicht konservativ genug.