Russlands Aussenminister Sergei Lawrow hat Vorwürfe zurückgewiesen, Moskau plane gemeinsam mit China einen Angriff auf Grönland. Entsprechende Aussagen von US-Präsident Donald Trump seien haltlos, sagte Lawrow bei einer Pressekonferenz in Moskau. Russland habe «mit dieser Frage nichts zu tun».
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Lawrow, er gehe davon aus, dass auch in Washington bekannt sei, dass weder Russland noch China Angriffspläne hegten. Zugleich sprach er von einer «zweifellos ernsten geopolitischen Situation» und betonte, Moskau verfolge die Entwicklung aufmerksam.
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Trump hatte mehrfach öffentlich behauptet, Russland und China hätten ein Auge auf Grönland geworfen. Der Kreml reagierte darauf bislang zurückhaltend. Kremlsprecher Dmitri Peskow verzichtete auf eine inhaltliche Stellungnahme, sagte aber, Experten stützten die Annahme, Trump könne mit einer engeren Anbindung der Insel an die USA in die Geschichte eingehen.
Lawrow verwies auf das Recht der Völker auf Selbstbestimmung und bezeichnete Grönland als Ergebnis einer «kolonialen Eroberung» sowie als «nicht natürlichen Teil» Dänemarks. Russland sei in der Arktis an Zusammenarbeit mit den Anrainerstaaten interessiert. Die Region gewinne wegen ihrer umfangreichen Rohstoffvorkommen zunehmend an strategischer Bedeutung.
Zugleich zog Lawrow Parallelen zur Krim, die Russland 2014 annektiert hatte. Diese sei für Russlands Sicherheit nicht weniger wichtig als Grönland für die Vereinigten Staaten. Trump begründe sein Interesse an der Insel mit Sicherheitsaspekten, so Lawrow, stütze sich dabei jedoch auf eigene moralische Massstäbe und nicht auf das internationale Recht.