Israels oberster Soldat stellt sich offen gegen Premierminister Benjamin Netanjahu. Dies berichtet N-TV. Generalstabschef Ejal Zamir warnt vor der geplanten Einnahme der Stadt Gaza und fordert stattdessen die Zustimmung zu einem Vermittlervorschlag für eine Waffenruhe. «Es liegt ein Deal auf dem Tisch, es ist der verbesserte Witkoff-Deal, wir müssen ihn annehmen. Die Armee hat die Bedingungen für einen Geisel-Deal geschaffen, jetzt liegt es in den Händen Netanjahus», zitierte der israelische Sender Channel 13 den Militärchef.
Die Hamas habe den Vorschlag bereits akzeptiert. Er sieht eine 60-tägige Waffenruhe und die Freilassung von zehn Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge vor. Insgesamt sollen sich noch fünfzig Geiseln im Gazastreifen befinden – nach Zamis Worten sind nur noch zwanzig von ihnen am Leben. «Hamas-Terroristen könnten die Geiseln ermorden oder mit ihnen Selbstmord begehen», warnte er laut Channel 13 beim Besuch eines Marine-Stützpunktes in Haifa.
Zamir selbst hatte zuvor die Einsatzpläne für eine Bodenoffensive ausgearbeitet. Die politische Führung um Netanjahu hat diese bereits gebilligt, rund 60.000 Reservisten wurden dafür einberufen. Doch offenbar hält der Militärchef die Risiken inzwischen für unvertretbar. In der offiziellen Mitteilung der Armee hiess es lediglich, man habe durch «militärischen Druck die Bedingungen für die Befreiung der Geiseln geschaffen».