Seit 31 Monaten steht Boris Pistorius auf Platz eins der Popularitäts-Skala deutscher Politiker.
Man fragt sich: Warum?
Als Verteidigungsminister kann er keine Wohltaten verteilen. Sein Charisma verrät seine niedersächsische Herkunft – erdverwachsen und nicht glänzend.
Stattdessen scheint es seine Aufgabe zu sein, die Deutschen auf den Krieg einzustimmen. Dass sie gefälligst kriegstüchtig werden sollten, hat er ihnen schon eingeschärft. Nun geht er weiter.
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«Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im kompletten Frieden», teilte er nüchtern mit.
Ein bisschen Frieden, ein bisschen Krieg – wer weiss schon, wo die Trennlinie verläuft. Ist man erst einmal auf der schiefen Ebene, rutscht man schwuppdiwupp ins Stahlgewitter ab.
Das Pentagon heisst seit kurzem wieder Kriegsministerium. Ein Titel, der eigentlich auch zu Pistorius passen würde.
Die Deutschen, scheint es, hätten nichts dagegen. Sie lieben ihren Boris. Der richtige Kanzler, wenn es knallt?