Jacques Pittelouds Nato-Schwärmereien verdeutlichen: Ignazio Cassis‘ EDA hat ein Führungsproblem
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Jacques Pittelouds Nato-Schwärmereien verdeutlichen: Ignazio Cassis‘ EDA hat ein Führungsproblem

Jacques Pitteloud ist Botschafter der Schweiz in Belgien und bei der Nato. Als hochrangiger Angestellter des Bundes ist er dazu verpflichtet, beim Kommentieren des aktuellen politischen Geschehens Zurückhaltung zu üben.

Davon jedoch hält Pitteloud wenig. «Wir sollten mehr mit der Nato üben», teilte er am Freitag der Weltöffentlichkeit in einem Interview mit der NZZ mit. Dabei wetterte der Botschafter regelrecht gegen die Neutralitätsinitiative («Fetischisten») und plädierte für eine weitere Nato-Annäherung («Interoperabilität ist das Gebot der Stunde»).

© KEYSTONE / EDA/ PASCAL LAUENER
HANDOUT - Swiss President and Foreign Minister Ignazio Cassis, left, speaks to Jacques Pitteloud, ambassador of Switzerland to the USA, before boarding the train from Washington D
© KEYSTONE / EDA/ PASCAL LAUENER

Über die Ansichten kann man geteilter Meinung sein. Der eigentliche Skandal aber ist ein anderer: Hier tritt ein Führungsversagen in Ignazio Cassis’ Aussendepartement (EDA) offen zutage. Im Aussendepartement hat man Pitteloud grünes Licht erteilt. «Das EDA war über das Interview informiert», erklärt Mediensprecher Michael Steiner der Weltwoche.

Cassis’ Kommunikationsabteilung hatte den Text vor Publikation gelesen, wie das in solchen Fällen offenbar üblich ist. Doch interveniert gegen das Interview hat man offensichtlich nicht. Unklar ist, ob Aussenminister Cassis oder etwa auch Staatssekretär Alexandre Fasel vorab Bescheid wussten.

Diese Frage lässt Steiner auf Nachfrage offen. Ebenso äussert sich die EDA-Kommunikationsstelle nicht darüber, ob die Äusserungen für Pitteloud Konsequenzen nach sich ziehen.

Im EDA, so scheint es, dürfte man noch Gefallen an Pittelouds Meinung gefunden haben. «Er (Pitteloud) gibt dabei seine persönliche Haltung wieder», so EDA-Sprecher Steiner.

Alles halb so schlimm.

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