Die Europäische Union hat 2024 so viel Geld für Verteidigung ausgegeben wie nie zuvor. Laut dem aktuellen Jahresbericht der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) stiegen die Ausgaben der 27 Mitgliedstaaten um 19 Prozent auf 343 Milliarden Euro – ein Rekordwert. Für das laufende Jahr rechnet die Agentur mit einem weiteren Anstieg auf 381 Milliarden Euro. Davon sollen rund 130 Milliarden Euro in neue Waffen und Ausrüstung fliessen, berichtet der Sender Ntv.
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«Europa gibt Rekordbeträge für Verteidigung aus, um unsere Bevölkerung zu schützen, und wir werden hier nicht aufhören», sagte EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas. Man nutze alle politischen und finanziellen Mittel, um Mitgliedstaaten und Unternehmen zu unterstützen.
Mit dem im März beschlossenen Aufrüstungsfonds in Höhe von 150 Milliarden Euro will Brüssel die Verteidigungsausgaben zusätzlich anschieben. 19 Länder haben bereits Anträge auf zinsgünstige Kredite gestellt. EDA-Generalsekretär André Denk sprach von einem «ermutigenden» Signal, mahnte jedoch: Zur Erfüllung der Nato-Ziele seien Ausgaben von über 630 Milliarden Euro jährlich notwendig.
Nach Einschätzung westlicher Geheimdienste besteht die Gefahr, dass Russland binnen fünf Jahren ein Nato-Land angreifen könnte. Der russische Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 hatte eine massive Erhöhung der Verteidigungsetats in Europa ausgelöst.
Beim Nato-Gipfel in Den Haag verpflichteten sich die Staaten darauf, bis 2032 mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung und 1,5 Prozent für militärisch relevante Infrastruktur auszugeben.