Ein Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom hat in den USA scharfe Reaktionen ausgelöst. Newsom, einer der entschiedensten politischen Gegner von US-Präsident Donald Trump, traf Merz am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zu einem persönlichen Gespräch. Auf X postete Merz später ein Foto des Treffens mit der Überschrift: «Zusammen sind wir stärker. Die Nato ist unser gemeinsamer Wettbewerbsvorteil».
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Die Reaktionen aus Washington liessen nicht lange auf sich warten. Der US-Sondergesandte Richard Grenell sprach auf X von der «wohl grössten Merz-Entgleisung bis heute».
Newsom hatte die Europäer bereits im Vorfeld aufgefordert, Trump «endlich etwas entgegenzusetzen», und erneuerte diese Kritik in München: «Donald Trump ist vorübergehend. Er wird in drei Jahren weg sein», sagte er. «Wir müssen aufstehen … Die Menschen müssen aufstehen.» Trotz dieser klaren Positionierung betonte Berlin, Merz habe Newsom in dessen offizieller Funktion als Gouverneur von Kalifornien getroffen.
Bereits in seiner Eröffnungsrede auf der Sicherheitskonferenz hatte Merz scharfe Worte über die amerikanische Aussenpolitik gefunden. «Der Führungsanspruch der USA ist angefochten, vielleicht schon verspielt», sagte er. Europa müsse sich auf sich selbst besinnen und «neue Türen aufstossen». Auch diese Sätze sorgten in Washington für Aufmerksamkeit, da Merz’ Tonfall deutlich kritischer ausfiel als in früheren Jahren. Von Trump selbst folgte bislang keine Reaktion auf das Treffen.