Wolfram Weimer hat es schwer. Erst protestierte das linke Kulturestablishment gegen seine Ernennung zum Kulturstaatsminister. Dann wurden Plagiatsvorwürfe laut. Danach geriet er in die Kritik, weil er als Verleger Texte von Prominenten ungefragt übernommen hatte. Daraufhin wurde kolportiert, dass ein von ihm organisiertes Diskussionsforum gegen Entgelt Kontakte zu Politikern vermittelt. Schliesslich versäumte er es, Berlinale-Chefin Tricia Tuttle ins verdiente Abseits zu stellen.
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Und nun wurde auch noch bekannt, dass Weimer drei linksextremistische Buchhandlungen von der Liste für den staatlichen Deutschen Buchhandlungspreis gestrichen hat. Die Begründung: verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse. Der Buchhandlungspreis ist in drei Stufen mit 7000, 15.000 und 25.000 Euro dotiert und zeichnet jährlich die jeweils hundert, fünf beziehungsweise drei herausragendsten deutschen Buchhandlungen aus.
Natürlich können auch linke Läden einen hervorragenden Kundenservice bieten, grossartige Veranstaltungen und eine spannende Buchauswahl: Weshalb genau die fraglichen Buchhandlungen in das Visier des Verfassungsschutzes geraten sind, wurde bisher nicht verraten. Allerdings erklärte ein Sprecher des Kulturstaatsministers, man wolle sicherstellen, «dass keine Personen oder Organisationen gefördert werden, von denen bekannt ist, dass sie sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung betätigen».
Verständlich. Aber vielleicht liegt das Problem ganz woanders. Denn warum gibt es überhaupt einen staatlichen Buchhandlungspreis? Wäre so etwas nicht Aufgabe einer entsprechenden Branchenvereinigung? Gibt es nicht andere und weniger einseitige Möglichkeiten, die darbende Buchhandelsbranche zu unterstützen?
Weite Teile des Buchhandels sind Teil jenes linken Milieus, das dafür sorgt, dass das Kulturleben in Deutschland so einseitig und monoton ist. Linksextreme Kulturzentren, Festivals und Initiativen bekommen schon viel zu viel Steuergelder. Entsprechende Buchhandlungen muss man nicht auch noch subventionieren. Wenn der Staat überhaupt Kultur fördert, dann nicht mit der Giesskanne – und über das gesamte politische Spektrum.