Nach Sondierungsgesprächen zwischen Wahlsiegerin FPÖ und der ÖVP stand im Februar fest: Eine solche Koalition wird es in Österreich nicht geben. FPÖ-Chef Herbert Kickl verkündete damals den Ausstieg aus den Gesprächen.
In einem Interview mit Nius.de äusserte sich Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, zum Scheitern dieser Bemühungen. Dieses sei vor allem die Schuld der Freiheitlichen gewesen, so Söder.
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Denn die FPÖ habe in den Gesprächen Unmögliches gefordert. Dazu gehörte laut ihm unter anderem ein «Austritt aus der Nato». Ein solcher Schritt sei natürlich ein Unding, fand Söder, das wäre «ja gleich nach dem Motto ‹Wir legen jetzt alles hin und erobert uns›».
Dass ein möglicher Nato-Austritt Bestandteil der Koalitionsverhandlungen war, ist allerdings zu bezweifeln. Denn Österreich ist gar nicht Mitglied des Militärbündnisses und war es auch nie. Laut Umfragen gibt es in der Bevölkerung auch aktuell keine Mehrheit für einen Beitritt.
Ein Austritt aus einem Verein, dem man gar nicht angehört, gehörte kaum zum Forderungskatalog der FPÖ und hat entsprechend auch nicht zum Abbruch der Regierungsbildung geführt.
Was unklar bleibt: Ob mit Markus Söder die Fantasie durchging oder ob ihm ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker wirklich von solchen Plänen berichtet hat – wider besseres Wissen.
Für Söder ist die Informationspanne doppelt unangenehm. Denn von rechts wird er nun mit Häme überschüttet. Und Linke verurteilen ihn dafür, dass er dem rechten Medium Nius überhaupt ein Interview gewährt hat.