Die westliche Rüstungsindustrie erlebt derzeit den grössten Personalaufbau seit Jahrzehnten. Gemäss einer Erhebung der Financial Times (FT) wollen führende Verteidigungs- und Luftfahrtunternehmen in den USA und Europa Zehntausende neue Mitarbeiter einstellen – von Lehrlingen bis zu hochspezialisierten Ingenieuren.
Zehn der befragten Unternehmen planen, ihre Belegschaft um rund 10 Prozent zu erweitern – das entspricht fast 37.000 neuen Stellen. Hintergrund ist ein massiver Anstieg der Aufträge, ausgelöst durch den Ukraine-Krieg und zunehmende geopolitische Spannungen, schreibt die FT.
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Die Nachfrage nach Munition hat Firmen wie Rheinmetall oder Nammo zu aggressiven Rekrutierungskampagnen veranlasst. Nammo, das norwegisch-finnische Rüstungsunternehmen, rechnet mit einer Verdopplung der Belegschaft bis 2030. Rheinmetall bemüht sich sogar um Fachkräfte aus der Autoindustrie – konkret beim Reifenhersteller Continental.
Auch Frankreichs Thales hat in drei Jahren 9000 neue Beschäftigte eingestellt. MBDA – Hersteller der in der Ukraine eingesetzten Storm-Shadow-Raketen – plant 2600 Neueinstellungen, was rund 17 Prozent der aktuellen Belegschaft entspricht.