Die Europäische Union hat es nicht geschafft, sich vor der Uno-Generalversammlung auf ein verbindliches Klimaziel für 2035 zu einigen. Statt einer konkreten Verpflichtung gab es lediglich eine lose Absichtserklärung, in der eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 66,3 bis 72,5 Prozent angestrebt wird. Damit verliert die EU ihre angestrebte Führungsrolle beim anstehenden Weltklimagipfel COP 30 in Brasilien, berichtet die Financial Times.
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Während andere Länder wie Grossbritannien (81 Prozent Reduktion gegenüber 1990) oder Australien (bis zu 70 Prozent gegenüber 2005) klare Ziele formuliert haben, bleibt die EU hinter den Erwartungen zurück. Die Umweltschutzorganisation WWF sprach von «olympischem Niveau diplomatischer Akrobatik» und einer «verpassten Chance», weltweit Standards zu setzen.
EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra verteidigte das Ergebnis dennoch als «ambitioniert» und betonte, man gehe «selbstbewusst nach New York». Auch Uno-Klimachef Simon Stiell forderte die EU auf, «das obere Ende der Zielspanne» anzustreben.
Hintergrund der Uneinigkeit sind wachsende politische Spannungen in der EU. Vor allem der Aufstieg rechter Parteien, die den grünen Umbau als wirtschaftlich schädlich kritisieren, erschwert klare Beschlüsse. Frankreich, Deutschland und Polen hatten zuvor gegen das von der EU-Kommission vorgeschlagene 90-Prozent-Ziel für 2040 interveniert. Nun wird auf dem nächsten EU-Gipfel am 23. Oktober weiterverhandelt.