Kanzler Friedrich Merz (CDU) will in der Regierung keine offene Kritik an SPD-Finanzminister Lars Klingbeil dulden. Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat der Kanzler seine Koalitionspartner intern zur Zurückhaltung aufgefordert – mit Verweis auf Klingbeils angeblich «sensible» Persönlichkeit im Umgang mit Kritik.
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Hintergrund: In Regierungskreisen wächst der Unmut über Klingbeils wiederholte Vorstösse in der Verteidigungspolitik, die nicht mit dem Kanzleramt abgesprochen seien. Besonders sein Alleingang bei der Forderung nach einer «europäischen Eingreiftruppe» sorgte zuletzt für Verärgerung. Dennoch versucht Merz, Ruhe in die Koalition zu bringen – und verteidigt Klingbeil persönlich.
Ein Minister aus dem Kabinett wird mit den Worten zitiert: «Kritik an Klingbeil ist unerwünscht. Merz will keinen Druck auf ihn aufbauen.» Stattdessen solle der SPD-Chef «nicht überfordert werden», heisst es hinter vorgehaltener Hand. Selbst in vertraulichen Runden werde inzwischen darauf geachtet, Klingbeil nicht zu brüskieren.