«Zum Italiener», «zum Chinesen essen gehen»: SRF schlägt Alltagsrassismus-Alarm
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

«Zum Italiener», «zum Chinesen essen gehen»: SRF schlägt Alltagsrassismus-Alarm

Die Alltagssprache orientiert sich oft am Pragmatismus und am gesunden Menschenverstand. Wer Lust auf eine Pizza hat, geht «zum Italiener um die Ecke». Und wer einen kulinarischen Exkurs ins Land der aufgehenden Sonne bevorzugt, reserviert einen Tisch «beim Japaner».

An der Universität von Barcelona läuten deshalb die Alarmglocken. «Mikrorassismus» lautet das Schlagwort, mit dem zwei Studenten das Thema zum Inhalt einer Semesterarbeit beförderten und eine Plakatkampagne initiierten. Auf den Aushängen steht geschrieben: «Ich bin nicht der Chinese um die Ecke». Oder: «Ich bin nicht der Pakistani». Stattdessen können die Restaurantbetreiber handschriftlich ihre Namen eintragen, damit die Gäste einen persönlichen Bezug zu den Gastro-Unternehmer erhalten.

«Zum Italiener», «zum Chinesen essen gehen»: SRF schlägt Alltagsrassismus-Alarm

Radio SRF 1 nahm dies zum Anlass, in seiner Hintergrundsendung «Rendez-vous» einen viereinhalbminütigen Beitrag zu schalten und den «Studierenden» (Achtung: Gendersprache!) eine Plattform zu bieten. So sagten Alex Porras und Laja Sanchez zur Motivation ihrer Arbeit: Spreche man davon, dass man sich «beim Chinesen zum Essen trifft», sei dies abwertend und diskriminierend zu verstehen. Und auch der «Italiener mit der Pizzeria» habe einen Namen – und dürfte nicht einfach aufgrund seiner Nationalität «schubladisiert werden». Dies sei eine fahrlässige «Entmenschlichung». So habe man sich gegen «rassistische Stereotypen» zu wehren.

Der Zuhörer staunt ob dieser Ausführungen und Argumente. Es ist grundsätzlich nichts gegen politische Korrektheit einzuwenden. Aber mit etwas Pragmatismus betrachtet, könnte man auch sagen: Die Umgangssprache dient vor allem der Verständigung.

Und wenn es ein Problem wird, wenn man in einem Restaurant eines Italieners eine Pizza essen will, bleibt man am besten gleich zu Hause – und öffnet den Kühlschrank. Dort gibt es Appenzeller Käse und Bündner Fleisch. Aber vermutlich ist auch dies «mikrorassistisch» – und zwar in schwerster Form.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.