Eine knappe Mehrheit der Deutschen unterstützt höhere Steuern auf Tabak und Alkohol zur Finanzierung des Gesundheitssystems. Laut einer Umfrage des Instituts Insa, über die Bild am Sonntag berichtet, sprechen sich 51 Prozent für entsprechende Abgaben aus, 43 Prozent lehnen sie ab.
Alessandro della Bella/Keystone
Die Erhebung zeigt ein differenziertes Bild bei weiteren gesundheitspolitischen Instrumenten. Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke findet mit 48 Prozent Zustimmung nahezu gleich viele Befürworter wie Gegner (47 Prozent). Etwas klarer fällt das Votum bei einer allgemeinen Zuckersteuer aus: 52 Prozent würden diese unterstützen – allerdings nur unter der Bedingung, dass im Gegenzug die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel entfällt. 39 Prozent sprechen sich dagegen aus.
Auch strukturelle Reformen stossen auf eine gewisse Offenheit. 49 Prozent der Befragten befürworten langfristig eine einheitliche gesetzliche Krankenkasse für alle Versicherten. 37 Prozent lehnen ein solches Modell ab, 14 Prozent bleiben unentschieden. Damit zeigt sich eine relative Mehrheit für einen Systemwechsel, jedoch ohne klare Dominanz.
Die Daten basieren auf einer Befragung von 1’001 Personen am 1. und 2. April. Die statistische Fehlertoleranz liegt laut Angaben bei 3,1 Prozentpunkten.