Gibt er nur die Stimmung wieder, die bei den US-Demokraten herrscht? Oder verleiht er hier gerade seiner persönlichen Meinung Ausdruck?
Auf X schreibt Arthur Honegger, Moderator bei «10 vor 10», über eine grosse Unterstützung für Kamala Harris bei der Partei des amtierenden Präsidenten. Dazu schreibt er: «Schluss mit Diskussionen jetzt, Zusammenstehen gegen Trump».
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Die Unterstützung für #Harris bei den Demokraten spricht eine deutliche Sprache: Schluss mit Diskussionen jetzt, Zusammenstehen gegen #Trump.
(Graph: @nytimes) pic.twitter.com/RaaVTakuGh
— Arthur Honegger (@honegger) July 22, 2024
Bei vielen anderen Journalisten könnte man das wohlwollend auslegen als reine Interpretation der Situation aus Sicht der Demokraten. Bei Honegger hingegen liegt die Vermutung nahe, dass er gerade seinen eigenen Wunsch geäussert hat. Der heisst: Weg mit Trump.
Seit Tagen schreibt sich der SRF-Moderator auf X die Finger wund über die US-Präsidentschaftswahlen. Mit klarer Schlagseite.
So meinte er beispielsweise zu Bidens Rückzug: «Wow. Was für ein Moment. Noch nie hat ein Präsident so etwas mitten im Wahlkampf getan. Das geht in die US-Geschichte ein – und wird Bidens Vermächtnis für immer prägen.»
In der Tat musste bisher nie ein Präsident vor der möglichen Wiederwahl die Waffen strecken, weil er nicht mehr in der Lage war, über seine altersbedingten Defizite hinwegzutäuschen. Und ohne Frage wird das auch in die Geschichte eingehen und sein Vermächtnis bleiben.
Allerdings kaum im positiven Sinn. Biden hielt monatelang starrsinnig an seiner Kandidatur fest, während man ihm live beim Zerfall zusehen konnte. Danach musste wohl seine Partei hinter den Kulissen nachhelfen, um ihn aus dem Verkehr zu ziehen.
Bei Arthur Honegger klingt es hingegen so, als habe sich Biden gerade auf heroische Weise ein Denkmal gesetzt. Und ab sofort gehört seine bedingungslose Liebe Kamala Harris.