Wenn mein Pöstler mir einen eingeschriebenen Brief bringen muss, stellt er sein gelbes Elektroauto zwanzig Meter von meiner Wohnung entfernt in einer Seitenstrasse ab, damit ich ihn nicht kommen sehe, wenn ich zum Fenster rausschaue. Danach schleicht er mit eingezogenem Kopf an der Betonmauer entlang, die mir den Blick auf die Strasse verstellt. Am Ende der Mauer angekommen, muss er den breiten Zufahrtsweg zu meiner Wohnung überqueren. Hier findet er nirgends Deckung. Aber der Pöstler hat so was offenbar schon oft in Kriegsfilmen gesehen: Der Held muss fünfzig Meter über offenes Gelände rennen. Ich habe noch nicht rausgefunden, wie er es macht, ohne dass ich ihn sehe und ein B ...