Bücher der Woche
Gehen oder bleiben?
Maya Rosa: Moscow Mule. Penguin. 320 S., Fr. 34.90
Bitte keine Protagonisten mehr, die pseudophilosophisch durch Berlin flanieren, immer den potenziellen Suizid mit im Gepäck. Und genug der weiblichen Romanfiguren, die unter woker Hyperempfindlichkeit leiden. Die jeden, der ihnen ein Kompliment macht, am liebsten niederschiessen würden, von Männerhass ganz zerfressen. Maya Rosa, Jahrgang 1987, belästigt zum Glück niemanden damit. In «Moscow Mule» lässt sie zwei junge Frauen auftreten, die in der aktuellen Literatur Mangelware sind. Karina und Tonya sind so gestrickt, dass man sie fast «echte Kerle» nennen möchte. Beeindruckend direkt, beeindruckend charakterstark, beeindruckend lebensgierig. Sie sagen, was sie wollen, ...

