Die Musik des Oud-Virtuosen Anouar Brahem (Oud ist die arabische Kurzhalslaute) ist schwer einzuordnen und leicht zu verstehen. Man kann sich in ihr ohne Voraussetzung einrichten wie in einem wohltemperierten Ambiente, wie in einer «Musique d’ameublement»; auch das Missverständnis «World Music» mag für den einen oder andern naheliegen, obwohl sich der 1957 in Tunis geborene Brahem gegen die Etikette vehement (und zu Recht) wehrt. Mit zehn Jahren begann er das Studium der arabischen Musik, bald mit dem legendären Lehrer Ali Sriti. Dann folgte eine sukzessive Horizonterweiterung, auch in Richtung des Jazz, obwohl er sich «weder als Jazzmusiker noch als Jazzkomponist» ve ...