Dieser Film, hiess es in einer Kritik, sei «eine Sensation». Stimmt. Denn anders als die von der Kritik verhätschelte Iranerin Samira Makhmalbaf geht der gebürtige Afghane Siddiq Barmak in seinem ersten Spielfilm, «Osama», schnörkellos und ohne Kunst-Schwurbeleien zur Sache: In Afghanistan haben die Taliban die Macht übernommen und den Frauen jegliche Arbeit verweigert. Die zahllosen Witwen stehen vor dem Problem, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine Mutter beschliesst, da sie nicht mehr als Krankenschwester arbeiten kann, ihre 12-jährige Tochter als Sohn zu verkleiden, damit sie die Familie ernähren kann. Sie arbeitet zunächst für einen Milchmann, wird aber bald gezwungen, a ...