Schon klar: Wir trinken Wein und nicht all die Unter- und Überbauten, die uns die Literatur über Wein nahelegt. Ein Schluck Wein ist ein Schluck Wein und als solcher reine Gegenwart. Was kümmert mich das ganze weltanschauliche Brimborium um den Wein, alles, was in diesen träumerischen Stoff hineinprojiziert wird, inklusive aller naturphilosophischer Reinheitsgebote, insofern deren Einfluss nicht an der Materie selbst, am Endprodukt zu erkennen ist (was bei vielen biologisch oder gar biodynamisch produzierten Weinen der Fall ist). Könnte man meinen. Und doch: Wer wollte bestreiten, dass bei kaum einem Lebensmittel so viele kulturelle Ober ...