Dies ist die Zeit der «Sommerweine». Ich habe ja nichts gegen leichte Weine, ganz im Gegenteil. Nur hat das nichts mit der Jahreszeit zu tun. So wenig mir einleuchtet, dass der Verzehr einer Raclette an einem Sommerabend ein gesellschaftlicher Fauxpas sei, so wenig verstehe ich, warum mir verboten sein sollte, an einem lauen Sommerabend einen Pauillac zu öffnen, wenn mir denn danach ist. Klar: Einen konzentrierten alkoholreichen australischen oder kalifornischen Hammer lasse ich während der Hundstage lieber aus. Aber nach dem dürstet mich auch an Weihnachten eher selten. Ich kann mir nicht helfen: Bei «Sommerwein» fällt mir immer Karl Valentins pelzbesetzter «Winterzahnstocher» ein ...