Er reiste gern und viel, zählte zu den bedeutenden Autoren der Gegenwart und hätte nirgends lange um die Aufenthaltsbewilligung bangen müssen, hätte er in Zürich oder Berlin oder Paris ein angenehmes Leben führen wollen. Doch Aleksandar Tisma blieb seiner immer wieder von Kriegen heimgesuchten Hauptstadt Novi Sad bis zuletzt treu. «Bleiben oder weggehen?» – die Frage hat er sich wie viele Osteuropäer zwar oft gestellt und sich dann gesagt, das Leben sei schliesslich überall das Leben. Er wirkte fast bäuerlich bescheiden und meinte einmal gegenüber dem Schriftstellerkollegen Jürg Laederach, man solle ihn nur schreiben lassen, er kenne so viele Menschen, über sie könne er noch ...