Ich ist ein anderer», sagte Rimbaud, ein Satz, so oft zitiert, dass er uns als Gemeinplatz erscheint. Nichts weniger als das. In der allgemeinen Wahrnehmung von Literatur ist die Erkenntnis wenig verbreitet, dass ein Ich, das schreibt, kaum kommt es zu Papier, ein anderer ist. Sogar bei sogenannter «Bekenntnisliteratur» spricht der Autor nur bedingt in eigener Sache, erscheint er in seinem Buch allemal als eine Mischung aus Wunsch, Wille und Vorstellung. Ich ist ein anderer. Aber alle anderen sind immer auch ein bisschen Ich. «Madame Bovary c’est moi» heisst das nicht weniger verbreitete Zitat von Flaubert, das meint: In allen Figuren steckt ein Stück vom Autor.
Wenn die koreanisch ...