Die Schilderung von Sonderlingen, die ihr ganzes Dasein einer verschrobenen Tätigkeit oder einer mehr oder weniger bizarren Wissenschaft ausliefern, gehört zur hohen schriftstellerischen Kür, denn die Gefahr, dass der Autor mit emsig erworbenem Spezialwissen und freudig gefundenen Fachwörtern eine um sich selbst rotierende literarische Knattermaschine in Gang setzt, ist gross – so gross, dass ihr nicht einmal Meister wie Thomas Bernhard oder Hermann Burger immer entgangen sind.
Der 42-jährige Dirk Kurbjuweit hält sich in seinem dritten Roman «Nachbeben» diesbezüglich angenehm zurück: Eine seiner Hauptfiguren, der über 80-jährige Luis, hockt zwar seit eh und je auf dem dauerver ...