Herr Bundeskanzler, Sie standen im Ruf, ein ganz untypischer Politiker zu sein – musisch, sensibel, kreativ. Sie improvisierten am Klavier, zeichneten während der Parlamentssitzungen Karikaturen, schrieben für Ihren Sohn Kinderbücher...Ich zeichne und musiziere nach wie vor. Seit dem Tod meiner Mutter kommt zum Klavier noch das Cello. Ich lerne es buchstäblich von null weg.
Aber niemand sieht und hört Sie dabei. Der Öffentlichkeit erscheinen Sie jetzt emotionslos, kühl, technokratisch. Was ist passiert?Meine Rolle ist eben eine andere geworden. Ich bin heute nicht so sehr der Solist, der seine Individualitäten betonen kann und darf. Vielmehr bin ich der Teamführer, also derjenige, ...