Den Menschen in den Filmen Michael Hanekes («Funny Games») war schon immer nicht zu helfen: Die mit gnadenloser Distanziertheit gezeichneten Mittelmass-Mittelständler kommen weder mit sich noch miteinander klar. Im norddeutschen Dorf Eichwald schon gar nicht. Die Eichwälder suchen ihr Heil in ideologischen Mustern von Ordnung und Disziplin. Es ist der Winter 1913/14, eine Zeit auf der Schwelle von Gutsherrenabhängigkeit zu bürgerlicher Selbstbestimmung. Dem Nachwuchs darf deshalb weder Übermut noch Nachlässigkeit gestattet werden. Das Züchtigen muss Prinzip sein. Und die Zuchtmeister, bis ins Mark protestantisch, greifen zu besonders perversen Strafen, um die Jugend für die Zukunft ...