Es ist jedes Jahr wieder erstaunlich, welche Macht der Frühling über uns besitzt. Hasteten wir eben noch, in dicke Wintermäntel gehüllt, durch eine triste Welt, scheinen wir jetzt in ein irdisches Paradies versetzt: In den Strassencafés sitzen fröhliche Menschen, bloss mit leichten T-Shirts und kurzen Röcken bekleidet, und plaudern miteinander, als hätten sie alle Zeit der Welt. Kaum ist das Thermometer in die Höhe geklettert und die Knospen spriessen, steigen Cabrio- und Sonnenbrillen-Dichte enorm. Und selbst in innerstädtischen Gartencentern herrscht ein Hochbetrieb, als hätten die Menschen noch immer einen ganzen Acker zu bestellen und nicht bloss ein paar Balkonkästen zum Beg ...