Als ein Drittel der Welt am Ende war
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Die Weltwoche

Als ein Drittel der Welt am Ende war
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Seuchen

Als ein Drittel der Welt am Ende war

Die Siechenden trugen Armbänder mit ihrem Namen, damit ihnen wenigstens das Massengrab erspart blieb: Die Pest ist ein Menschheitstrauma, das mehr Unheil anrichtete als alle Kriege des 20. Jahrhunderts. Erinnerungen, hoffentlich nicht an die Zukunft.
Unter den vier apokalyptischen Reitern, wie Albrecht Dürer sie 1498 in Holz geschnitten hat – Krieg, Hunger, Pest und Tod –, muss die Pest der fürchterlichste gewesen sein: mörderischer als je ein Krieg und noch tückischer dazu. Ja, sie waren schrecklich, die Bomben auf Dresden oder Hiroschima: Sie kamen aus dem Nichts und töteten jäh. Aber sie liessen sich, wenn auch auf perverse Weise, immerhin erklären: Krieg! Und wenn der vorüber war, würde wieder Frieden sein. Die Pest jedoch: Gerüchte aus dem Umland schoben eine Welle der Panik vor sich her; dann wuchsen den ersten Nachbarn eiternde Beulen, dann krümmten sich die ersten Sterbenden unter blutigem Auswurf auf den Strassen ...
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