Es lebt und liebt sich leichter, wenn man über seine Prägungen nachgedacht hat. Harmloses Beispiel: Mich hat es lange gestresst, mit mehreren Freunden im Restaurant diverse Speisen zu teilen – weil ich das kleinste Kind in einer Sportlerfamilie war, in der alle assen wie Scheunendrescher. Als mir das bewusst wurde und auch, dass man in einem Restaurant jede Leckerei nachbestellen kann, konnte ich den Erzählungen meiner Freunde lauschen, anstatt wie eine verhungernde Hyäne auf den letzten Klecks Hummus in der Mitte zu schielen. Aber wenn man über zehn Jahre aus dem Elternhaus raus ist, stellt sich die Frage, wer einen schrulliger gemacht hat: die Herkunftsfamili ...