Als der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz 2022 die Zeitenwende ausrief, war dieser Begriff keineswegs angemessen. Aufrüstung und Krieg hatte es schon immer gegeben, die Feindseligkeiten gegenüber Russland begannen spätestens mit der Nato-Osterweiterung 1999, und die häufig zu hörende Formulierung «Zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Europa wieder Grenzen mit Gewalt verschoben» beweist nur, dass der ebenfalls völkerrechtswidrige Jugoslawien-Krieg und die daraus resultierenden Grenzverschiebungen schon wieder vergessen oder verdrängt waren. Sicher ist nur, dass der Ukraine-Krieg die Entstehung einer multipolaren Weltordnung beschleunigt. Völlig offen ist, wie s ...