«Mittlerweile befinde ich mich in einem Zustand solcher Leidenschaft, dass alles, was ich schreiben könnte, das Papier verbrennen würde», notiert Henry Miller am 26. Juli 1932 in einem Brief an Anaïs Nin. Das Feuer begründet eine Amour fou, die von einer über zwanzig Jahre dauernden Korrespondenz begleitet wird.
Als Henry, knapp vierzig, Anaïs zum ersten Mal im Oktober 1931 begegnet, knurrt sein Magen. Mit zehn Dollar in der Tasche war er ein Jahr zuvor nach Paris gekommen, frierend in der Seele und am Herzen. Es war eine Flucht vor seiner Ehefrau June, die zuletzt mit einer Frau durchgebrannt war, eine Reise der Hoffnung in die Stadt, wo er endlich zum Dichter werden will. Die versp ...