Ein Mann liegt in seinem Blut, in seinem Gesicht die Furien des Schmerzes, auf seinem Körper verzehrendes Licht. Es ist ein gleissender Lichtstrahl, der von schräg oben durch das Bild fährt, aufprallt auf dem Rücken des Mörders, auf das Opfer am Boden, und unser Blick folgt ihm magnetisch. Wir sind gebannt vom Kalkül eines Malers, der die Identifikation und Inszenierung als seine eigene, eigenwillige, diabolische Strategie der Verführung erfand. Die «Enthauptung Johannes’ des Täufers» ist das grösste seiner erhaltenen Gemälde und das einzige, das er je signiert hat: Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571–1610), ein Rätsel zwischen Fakten und Fantasie, war ein Meister der k� ...