Das hat er sicher nicht gewollt: den Ehrentitel eines Grand Old Man unter den US-Komponisten. Und doch ist das bei Elliott Carter, Jahrgang 1908, kaum ganz zufällig. Er vertritt, vereinfacht gesagt, die zwei Seelen in der Brust amerikanischer Tonschöpfer: Formbewusstsein und Experimentierlust. Das hängt mit seinen frühen Erfahrungen zusammen. Er ging, wie viele seiner US-Kollegen, in Paris bei Nadia Boulanger in die Neoklassizismus-Schule mit Abgott Strawinsky. Und er schloss Freundschaft mit dem grossen, unverstandenen Charles Ives, dem Pionier des permanenten Vorpreschens.
Spät, erst mit über vierzig Jahren, kam Elliott Carter zu sich selber. Das ist freilich auch schon über ein hal ...