Am Nachmittag des 29. Oktober 1964 durchdringen Angela Rosengart Blicke wie nie zuvor. Pablo Picasso sitzt ihr gegenüber, in der Hand einen Fettstift, auf dem Schoss eine Zinkplatte. Die Blicke kommen aus Augen «wie zwei glühende Kohlen». Nach einer Weile fühlt sich die junge Frau ausgebrannt und darf sich im Nebenzimmer ausruhen. Es wird das anmutigste von fünf Porträts: eine Lithografie, «Pour Angela», von der ein Abzug später im Durchgang zum Schlafzimmer Picassos hängen wird.
Das war einer von Angela Rosengarts rund fünfzig privaten Picasso-Besuchen zwischen 1954 und 1973 in Südfrankreich. Ihr Vater, der Kunstvermittler Siegfried Rosengart, traf den jungen Spanier bereits um ...