Bei der SPD stand im Bundestagswahlkampf ein halbes Jahr lang nur einer vorne, nämlich der Spitzenkandidat Olaf Scholz. Der Rest hielt die Klappe oder sagte genau dasselbe wie der Kanzlerkandidat, und das über den gesamten Wahlkampf hinweg. Das war langweilig, aber es wirkte verlässlich. Als Kanzlerkandidat leistete sich Scholz keine einzige verrutschte Formulierung, keinen Stolperer und keinen Fehltritt. Auf viele wirkte er so wie eine männliche Ausgabe der vertrauten Angela Merkel. Im Unterschied zur grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock erweckte Scholz auch nicht den Eindruck, mehr scheinen zu wollen, als er ist. Das schuf Vertrauen und begrenzte die Neigung ...