Anna Michaltschuk (1955–2008) - Am Karfreitag hatte sie ihre Wohnung in Berlin Charlottenburg verlassen. Seither fehlte jedes Lebenszeichen von ihr. Die Künstlerin und Lyrikerin verschwand auf den Tag genau ein Jahr nach jenem Eklat an der Leipziger Buchmesse, als russische «Patrioten» öffentlich gegen eine Preisverleihung an ihren Mann, den Kulturwissenschaftler und Schriftsteller Michail Ryklin, protestiert hatten. Dieser galt wie sie als Kritiker von Putins Regime und der orthodoxen Kirche. Nach der Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja im Oktober 2006 erklärte er, nun sei «niemand mehr sicher, auch im Westen nicht». Beide «Nestbeschmutzer» mussten mit nationalistischen ...