Ein junger Musiker habe sich vor Liebeskummer mit Opium vergiftet: So beginnt die Programmnotiz, die Hector Berlioz seiner populärsten Schöpfung, der «Symphonie fantastique», voranstellte. Da es eine autobiografische Schöpfung ist, sind wir geneigt, ihrem Verfasser zu glauben. Im Wissen freilich auch, dass Berlioz wie alle Romantiker ein Meister des Maskenspiels war. Die (fiktive) Benebelung durch Drogen bedeutete ihm kein Hindernis, mit klarem Ziel in die musikalische Zukunft zu stürmen. Seine Experimentierlust ist präzis kalkuliert.
Genau dieser Zwiespalt offenbart sich den Interpreten seiner Musik, also vorab den Dirigenten; denn Berlioz’ ureigenes Instrument (er beherrschte blos ...